Michael Dunkel meint
Subject: Erhalt statt Rekonstruktion
Hallo,
ausgezeichnet formuliert der Brief an das RGU. Ich bin ja mal gespannt,
wie die Repräsentanten der Stadt auf das Schreiben reagieren werden. Bei näherer Betrachtung der
Stadtentwicklung im Bereich Maßmann-,Gabelsberger-und Schleissheimer Strasse
ist mir im Vergleich der Stadtpläne von 1948 bzw. 1968 aufgefallen, dass
der Blockrand unmittelbar nach dem 2.Weltkrieg im Quartier vollständig
geschlossen war. In der Schleissheimer Strasse war der besagte Grünzug
mit Haus No.17 strassenseitig geschlossen, vor dem Gesundheitsamt stand in der
Gabelsberger Strasse eine Schule.
Erst mit dem Neubau des Amtsgebäudes wurde der historische Blockrand
zugunsten einer linearen Reihung von Großsolitären entlang der Dachauer
Strasse aufgegeben. Die Baulinie von der Fachhochschule bis zum
Gesundheitsamt ist bis heute stadträumlich wahrnehmbar. Weshalb also
abreißen?
Der Blockrand scheint mir hier nostalgisch verklärt. Ich kann mir schon die
Investorentafeln zu den stereotypen Abziehfassaden aus dem
Natursteinkatalog vorstellen, wo die bayerischen Könige einmal mehr gequält werden, sich
in blassblauer Schreibschrift zur ach so “erquicklich facon der Gabelsberger
Höfe, dero harmonisch gestalt des Schleissheimer Palais oder der
vorzüglich Lage und Ausblick der Maßmannvilla” zu äußern.
Etcetera,etcetera,etcetera.
Interessant wird tatsächlich sein, welche stadträumliche Variante der
Stadtrat einem Wettbewerb zugrunde legen wird. Modernistisch oder
reaktionär?
Sollte die weitere Nutzung des Gesundheitsamtes zugunsten einer
Mischnutzung im Blockrand aufgegeben werden, wäre mindestens die Stellplatzsituation
kritisch zu hinterfragen. Wie sollen im Einbahnstrassenverkehr der drei
Traversalen etwaige Tiefgaragen angefahren werden und der steigende
Individualverkehr geleitet werden?
Michael Dunkel